Mikroklima-Veränderungen

Innerhalb von Deutschland gibt es nicht unerhebliche Unterschiede in den Tagestemperaturen. Im folgenden werden ausgewählte Ergebnisse der Wetterstationen Hamburg-Fuhlsbüttel und Mannheim dargestellt. Die Auswertungen basieren auf den Daten des Deutschen Wetterdienstes:

https://www.dwd.de/DE/leistungen/klimadatendeutschland/klarchivtagmonat.html#buehneTop

Sie beziehen sich auf den Zeitraum von 1949 bis 2021. Betrachtet werden die Tageshöchsttemperaturen, die von den beiden Wetterstationen gemeldet wurden.

Wie man aus Abbildung 1 sehen kann, gibt es in Mannheim durchgängig für alle Monate höhere Temperaturen als in Hamburg. Im Jahresdurchschnitt beträgt der Temperaturunterschied immerhin 2,4 Grad Celsius.

Abb. 1: Tageshöchsttemperaturen, Durchschnittswerte der Monate (Zeitraum 1949-2021)

In Abbildung 2 sind die Zahlenwerte angegeben. Die Unterschiede zwischen den beiden Städten sind besonders hoch in den Sommermonaten. Man sieht das an den Mittelwerten aber auch an dem statistischen Kennwert Cohen’s d.

Abb. 2: Tageshöchsttemperaturen, Mittelwerte und Standardabweichungen

Abbildung 3 zeigt die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen für die Jahr 1949 bis 2011.

Abb. 3: Tageshöchsttemperaturen, Jahresdurchschnittwerte 1949 … 2021

Temperaturanstieg?
Aus Abbildung 3 ist nicht auf Anhieb zu sehen, ob es in den vergangenen 72 Jahren zu einem Temperaturanstieg gekommen ist. Im Jahr 1949 beispielsweise betrug die Durchschnittstemperatur in Mannheim 16,1 Grad, im Jahr 2021 dagegen nur 15,7 Grad. Und im Jahr 1959 fällt sie ebenfalls deutlich höher aus als in den Jahren 2010 und 2013.
Der Trend zu höheren Temperaturen ist bei näherer Betrachtung allerdings nicht zu verkennen. Man sieht dies besser, wenn man die Durchschnittstemperaturen für die letzten Jahrzehnte betrachtet (Abbildung 4).

Abb. 4: Anstieg der Temperatur in Mannheim und Hamburg.

Hitzetage
Von den 26.663 Tagen im Zeitraum vom 1. Januar 1949 bis 31.12.2021 hatten in Mannheim 1.095 Tage eine Tageshöchsttemperatur von von mindestens 30 Grad Celsius. In Hamburg waren es nur 276 Tage.


Die Zahl der Tage mit mindestens 25 Grad Tageshöchsttemperatur betrug in Mannheim 4.201 und in Hamburg 1.713 Tage. In Mannheim ist also jeder sechste Tag im Jahr ein richtig warmer Tag, in Hamburg ist es nur jeder fünfzehnte Tag.


Die Zahlen sind ein deutliches Indiz für das klimatische Nord-Süd-Gefälle in Deutschland.
Im übrigen zeigt sich auch bezüglich der Hitzetage ein deutlicher zeitlicher Trend (Abbildungen 5a und 5b).

Abb. 5a: Zahl der Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25 Grad.

Abb. 5b: Zahl der Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad.

Hitzewellen
Belastend sind hohe Temperaturen vor allem dann, wenn sie andauern. Abbildung 6 zeigt, wie häufig eine ununterbrochene Reihe von Warmtagen aufgetreten ist.

Die längste ununterbrochene Reihe von Tagen mit mindestens 25 Grad betrug in Mannheim 51 Tage, also mehr als 7 Wochen. Daneben gab es eine ununterbrochene Reihe von 26 Tagen, eine Reihe von 25 Tagen, eine Reihe von 24 Tagen und zwei Reihen von 23 Tagen.
In Hamburg betrug die längste ununterbrochene Reihe von Tagen mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25 Grad 23 Tage. Eine weitere Reihe betrug 22 Tage, zwei Reihen umfassten 18 Grad usw.

Die 51-Tage-Periode (Mannheim) umfasste den Zeitraum vom 7. Juli bis 28. August 2003.
Sie ist in Abbildung 9 wiedergegeben. Wie man daraus sieht, sind auch die Temperaturen vor und nach diesem Zeitraum nicht unbeträchtlich (in Abbildung 8 sind zum Vergleich die Werte für Hamburg abgebildet).

Die weiteren langen, mindestens 3 Wochen anhaltenden, Hitzetage in Mannheim betreffen die folgenden Perioden:
Die 26-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 3.7. bis 28.7.1959,
die 25-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 18.6. bis 12.7.1956,
die 24-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 8.7. bis 31.7.2006,
die 23-Tage-Perioden betreffen die Zeiträume vom 3.8. bis 25.8.1997 und vom 24.6. bis 16.7.2010,
die 21-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 28.5. bis 7.6.2003.

In Hamburg waren die Hitzewellen seltener:
Die 23-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 6.8. bis 28.8.1997,
die 20-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 22.7. bis 10.8.1996,
die 18-Tage-Perioden betreffen den Zeitraum vom 20.7. bis 6.8.1994 und vom 5.8. bis 22.8.2021.

Abb. 6: Ununterbrochene Reihe von Tagen mit mindesten 25 Grad Tageshöchsttemperatur

Abb. 7: Ununterbrochene Reihe von Tagen mit mindesten 30 Grad Tageshöchsttemperatur

Abbildung 7 zeigt die Zahl der ununterbrochenen Reihen von Tagen mit mindestens 30 Grad Celsius. Davon gab es in Mannheim einen Fall mit 18 Tagen, einen mit 16 Tagen, einen von 14 Tagen usw. In Hamburg umfasste die längste Hitzewelle (Tage mit mindestens 30 Grad) nur 8 Tage.

Die sehr starken Hitzeperioden in Mannheim gab es an folgenden Terminen:
Die 18-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 23.7. bis 9.8.2018,
die 16-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 24.6. bis 9.7.1976,
die 14-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 1.8. bis 14.8.2003.

In Hamburg waren auch die sehr starken Hitzewellen seltener:
Die 8-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 6.8. bis 13.8.2020,
die 7-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 22.7. bis 28.7.1994,
die 6-Tage-Perioden betrafen den Zeitraum vom 5.8. bis 12.8.1975 und vom 7.8.bis 12.8. 2003.

Abb. 8: Sommertemperaturen in Hamburg im Jahr 2003
(rot: Tage mindestens 25 Grad, blau: Tage unter 25 Grad)

Abb. 9: Sommertemperaturen in Mannheim im Jahr 2003
(rot: Tage mindestens 25 Grad, blau: Tage unter 25 Grad)

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