Magic Squares Components

Komponenten am Beispiel der 4 x4 Matrix

Das Magische Quadrat 4×4 hat die folgenden Kennzeichen:
Die 4×4 = 16 Felder sind durch die Ziffern 1 bis 16 zu besetzen, jede der 16 Ziffern wird genau einem Feld zugeordnet. Die Summen der Werte in den vier Zeilen sind alle gleich, ebenso die Summen der Werte in den vier Spalten und die Summen der Werte in den beiden Diagonalen.
Die Gesamtsumme der Zahlen in allen 16 Zellen beträgt 1+2+3+…+14+15+16= 136.
Da es vier Zeilen gibt, muss die Summe jeder Zeile 136/4=34 betragen.
Die Summe der Zahlen in jeder Spalte beträgt ebenfalls 34.
Die Summe der Zahlen in den beiden Diagonalen beträgt jeweils ebenfalls 34.

Die Bedingungen sind in dem folgenden Quadrat links sind ganz offensichtlich nicht erfüllt.
Das Quadrat auf der rechten Seite erfüllt alle Bedingungen.

1234
5678
9101112
13141516
163213
510118
96712
415141

Die Kombination der folgenden Zahlen ergibt 34.

16 3 2 13

Eine derartige Kombination ist ein Beispiel für eine Komponente eines magischen Quadrats (eine Zeile oder eine Spalte oder eine Diagonale).

Wie viele derartige Kombination gibt es? Formal stellt sich das Problem wie folgt:

Wie viele Kombination von vier Objekten aus einer Menge von sechzehn unterschiedlichen Objekten gibt es. Oder hier: Wie viele Kombination von vier unterschiedlichen Zahlen im Zahlenbereich von 1 bis 16 gibt es? Die Formel dafür lautet:

N!/(N-n)!/n! = 16!/(16-4)!/4! = 16!/12!/4! = (16*15*14*13)/(4*3*2*1) = 1.820.

Nicht berücksichtigt ist dabei, dass die Summe der Zahlen jeweils 34 betragen muss.
Unter Berücksichtigung dieser Bedingung gibt es lediglich

n = 86

unterschiedliche Kombinationen, also offenbar eine überschaubare Zahl.

Diese 86 Zeilen lassen sich wiederum miteinander kombinieren. Betrachtet werden also die Kombinationen von 4 Zeilen, die zusammen jeweils ein Quadrat bilden. Die Zahl der möglichen Kombinationen (Quadrate) lässt sich nach der schon genannten Formel bestimmen:

86!/(86-4)!/4! = 2.123.555

Das folgende Quadrat zeigt ein Beispiel.

16 3 1 14
510118
96712
815101

In jeder Zeile ergibt sich eine Summe von 34. Allerdings sind in dieser Anordnung nicht alle 16 Ziffern berücksichtigt. Entsprechend finden sich bestimmte Ziffern nicht nur einfach, sondern mehrfach (z.B. die Ziffer „1“ sowohl in Zeile 1 als auch in Zeile 4).
Wenn man nun die Fälle betrachtet, in denen sich nicht nur für die vier Zeilensummen jeweils die gleiche Summe ergibt, sondern in denen auch jeweils alle 16 Ziffern berücksichtigt sind (also keine Ziffer mehr als einmal auftaucht), dann ergeben sich lediglich

9.408 Kombinationen,

also Quadrate mit den Zeilensummen S = 34. Wir wollen sie Z-Quadrate nennen.

Allerdings steckt in jeder dieser Kombinationen eine erheblich größere Zahl quasi identischer Quadrate. Denn ausgewiesen ist in jeder Zeile nur eine einzelne, ausgewählte, Anordnung der vier Ziffern. Tatsächlich gibt es jedoch 24 mögliche Anordnungen dieser vier Ziffern (gemäß der Formel n! also im vorliegenden Fall 4! = 4*3*2*1 = 24). Durch andere Anordnungen ändert sich die Zeilensumme nicht.

Die folgenden beiden Quadrate sind insoweit identisch, als die Zeilen jeweils die selben Zahlen enthalten, und sich also nur in der Reihenfolge unterscheiden.

231316
581011
67912
141415
163213
510118
96712
415141

Wenn es in einer einzelnen Zeile 24 unterschiedliche Anordnungen gibt, dann gibt es für alle vier Zeilen des Quadrats zusammen 24*24*24*24 = 331.776 Anordnungen.  – und zwar für jede einzelne der oben angeführten 9.408 Kombinationen. In der Summe haben wir es also mit 331.776 * 9.408 = 3.121.348.608 Z-Quadraten zu tun (außerdem lässt sich noch die Reihenfolge der vier Zeilen ändern, wir hätten damit also nochmals n! = 4! = 24 mal mehr Quadrate).

In wie vielen dieser Quadrate haben nun nicht nur die Zeilen, sondern auch die Spalten eine Summe von S=34 (wir wollen sie Z-S-Quadrate nennen)? Hierzu gibt es keine einfache Formel.

Man sieht dies beispielsweise schon daran, dass in ganz ähnlichen Konstellationen sehr unterschiedlich viele magische Quadrate stecken.
In dem folgenden, auf der linken Seite abgebildeten Quadrat stecken, wie beschrieben 331.776 unterschiedliche Quadrate mit identischen Zeilensummen, die man durch bloße Veränderung der Reihenfolge der Ziffern in den Zeilen erhält. Allerdings ergibt sich in keinem einzigen der dadurch bezeichneten Fälle ein Z-S-Quadrat, also ein Quadrat, in dem sowohl die Zeilensummen als auch die Spaltensummen immer denselben Wert (S=34) aufweisen.
Auch im rechten Quadrat stecken 331.776 unterschiedliche Quadrate mit identischen Zeilensummen. In dieser Gruppe von 331.776 Quadraten befinden sich aber immerhin 840 Z-S-Quadrate, also Quadrate, in denen auch die Spaltensummen jeweils den Wert 34 aufweisen.

171214
28915
341116
561013
171214
281113
351016
46915

Linke Seite:
Quadrate mit identischen Zeilensummen (Z-Quadrate): 331.766
Quadrate mit identischen Zeilen- und Spaltensummen (Z-S-Quadrate): 0
Rechte Seite:
Quadrate mit identischen Zeilensummen (Z-Quadrate): 331.766
Quadrate mit identischen Zeilen- und Spaltensummen (Z-S-Quadrate): 840

Es gibt unter den 9.408 Konstellationen (Z-Quadraten) insgesamt 48 Konstellationen (also ca. 0,5 Prozent), in denen jeweils 840 Z-S-Quadrate, also Quadrate mit identischen Zeilen- und Spaltensummen, stecken. Ein Beispiel einer solchen Konstellation ist, wie gesagt, in der vorausgehenden Matrix rechts abgebildet. Und es gibt 3.144 Konstellationen, in denen jeweils überhaupt kein derartiges Quadrat steckt (das ist etwa ein Drittel der 9.408 Konstellationen).

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick. Es gibt nur die angegebenen Werte, es gibt also keine Konstellation (kein Z-Quadrat) in denen z.B. 23 oder 36 oder 300 usw. Quadrate mit identischen Zeilen- und Spaltennummern stecken.

ABC = A x B
In so vielen Konstellationen
(Z-Quadraten) stecken …
jeweils so viele Quadrate mit identischen Zeilen- und Spaltensummen (Z-S-Quadrate)Zahl der Quadrate mit identischen Zeilen und Spatensummen (Z-S-Quadrate)
3.14400
1.9442446.656
1.3684865.664
1.1767284.672
6009657.600
38412046.080
24014434.560
24019246.080
242165.184
242886.912
4833616.128
7240829.376
2469616.704
7274453.568
4884040.320
9.408Summen549.504

Es gibt insgesamt 549.504 Quadrate, in denen alle Zeilen- und Spaltensummen übereinstimmen (Z-S-Quadrate).

Nicht in jeder Matrix mit identischen Zeilen- und Spaltensummen steckt nun aber auch ein Magisches Quadrat (MQ-Quadrat). Hierzu müssen auch die Diagonalen-Summen jeweils denselben Wert (S=34) aufweisen.

Tatsächlich beinhalten die 549.504 Z-S-Quadraten lediglich 7.080 magische Quadrate (vgl. die folgende Tabelle).

Wie gerade beschrieben, stecken in 48 der Z-Quadrate jeweils 840 Z-S-Quadrate. Diese 48 Z-Quadrate enthalten also 48*840 = 40.320 Z-S-Quadrate. Und in diesen 40.320 Z-S-Quadraten stecken insgesamt 1.216 Magische Quadrate (siehe die vorletzte Zeile in der folgenden Tabelle).

Ein großer Teil der Magischen Quadrate steckt also in einer relativ kleinen Anzahl von Z-Quadraten:
48 Z-Quadrate (≈0,5% aller Z-Quadrate)
beinhalten
1.216 Magische Quadrate (≈17,3% aller Magischen Quadrate).

Auf der anderen Seite des Spektrums findet sich folgendes Ergebnis:
1.944 Z-Quadrate (≈20,6% aller Z-Quadrate)
beinhalten
272 Magische Quadrate (≈3,8% aller Magischen Quadrate).

In so vielen
Z-Quadraten stecken …
jeweils so viele Z-S-QuadrateIn so vielen
Z-S-Quadraten stecken …
… so viele Magische Quadrate
3.144000
1.9442446.656272
1.3684865.664447
1.1767284.67280
6009657.600352
38412046.080576
24014434.560352
24019246.080160
242165.1840
242886.912384
4833616.128832
7240829.376384
2469616.704448
7274453.5681.536
4884040.3201.216
9.408Summen549.5047.080

Bei näherer Betrachtung ergibt sich ein nochmals differenzierteres Bild.
In 16 der angeführten 48 Z-Quadrate stecken jeweils 16 MQ-Quadrate, in weiteren 16 Quadraten jeweils 20 MQ-Quadrate und in den übrigen 16 jeweils 40 MQ-Quadrate.
Wir haben es im letzten Fall also mit 16*40 = 640 MQ-Quadraten zu tun, das sind ca. 9 Prozent aller MQ-Quadrate, während die 16 Z-Quadrate, die diese MQ-Quadrate enthalten, nur etwa 0,2% aller Z-Quadrate ausmachen.
Die folgende Abbildung zeigt beispielhaft eines dieser 16 Z-Quadrate, sowie, ebenfalls beispielhaft, zwei der 40 Magischen Quadrate, die in diesem Z-Quadrat stecken.

Z-Quadrat

18121334
36101534
27111434
4591634
341026425834

MQ-Quadrate

81121334
31510634
14271134
9165434
343434343434
12131834
63151034
72141134
9164534
343434343434

March-Simon Modell II

Das Modell von March und Simon ist im Notebook Archiv von mathematica zu finden.

https://notebookarchive.org/2022-03-60cqzmk

Die Parameter lassen sich durch die Schieberegler variieren, so dass die jeweiligen Variablenverläufe direkt angezeigt werden. Falls Sie das mathematica Programm nicht haben, geht das durch anklicken des Buttons „open in wolfram-cloud“. Dann werden Sie wahrscheinlich aufgefordert, eine Cloud-Id zu generieren. Das Arbeiten in der Wolfram-Cloud ist kosten- und schmerzfrei.

Magic Squares 4 x 4

Kombinatorik

Die Zahl der 4 x 4 Magischen Quadrate beträgt 7.040.
Tatsächlich sind es jedoch nur 880 „echte“ magische Quadrate.
Aus diesen „echten“ Quadraten lassen sich durch Tauschen und Spiegeln von Spalten und Zeilen die angeführten 7.040 magischen Quadrate bilden.

Die magischen Quadrate sind durch Einschränkungen der logischen Kombinationsmöglichkeiten in der Besetzung der 16 Felder definiert.

Die 16 Felder der 4 x 4 Matrix lassen sich mit den Zahlen 1, 2, … 15, 16 auf
1616 = 18.446.744.073.709.600.000 verschiedene Arten besetzen.

Darin enthalten alle denkbaren Mehrfachbesetzungen, also zum Beispiel

777745516
777712334
7777914126
77774745

Schränkt man die Möglichkeiten auf Einmalbesetzungen ein, dann ergeben sich lediglich
16! = 16x15x14x13x12x11x10x9x8x7x6x5x4x3x2x1= 20.922.789.888.000 Kombinationsmöglichkeiten Eine immerhin noch ganz ordentlich große Zahl. Zwei Beispiele:

1234 113155
561112 43117
10978 914126
13141516 10826

Nun fordert man von einem magischen Quadrat, dass die Zeilensummen (und die Spaltensummen und die Diagonalensummen) identisch sind. Bei einem 4 x 4 Quadrat heißt das, dass die Summen jeweils den Wert 34 annehmen. Es stellt sich daher die Frage, wie viele Möglichkeiten es gibt, dass alle vier Zeilen, auf die sich die sechzehn Ziffern aufteilen und die alle vier voneinander verschieden sind, diese Summe aufweisen. Das sind immer noch sehr viele, nämlich 3.121.348.608. Wiederum zwei Beispiele:

271015 113155
351214 214117
611611 931210
13984 68416

Damit haben wir allerdings noch kein magisches Quadrat, notwendig ist außerdem, dass auch die Spaltensummen jeweils den Wert 34 annehmen. Dafür, dass sowohl die Zeilen als auch die Spalten diesen Wert aufweisen gibt es nun nur noch 549.504 Möglichkeiten. Zwei Beispiele:

910213 131191
814111 101482
123154 431215
57616 76516

Was nun noch fehlt ist, dass auch die Summen der beiden Diagonalen jeweils den Wert 34 aufweisen. Wir kommen dann auf die oben angeführt 7.040 Möglichkeiten. Nochmals zwei Beispiele:

163213 156121
510118 27916
96712 310813
415141 141154

Das linke Quadrat ist auf dem berühmten Kupferstich „Melancolia“ von Albrecht Dürer abgebildet.

Angemerkt sei, dass sich im 4×4 Magischen Quadrat nicht nur die Spalten, die Zeilen und die Diagonalen, sondern auch die vier Eckpunkte und auch die vier inneren Felder immer zu 34 addieren (im linken Quadrat also 16+13+4+7 und 10+11+6+7). Das gilt auch für die Felder, die die inneren vier Felder einschließen und sich gegenüber liegen (also 3+2+15+14 und 5+9+8+12).

Im Beispiel rechts werden die inneren vier Felder von den aufeinanderfolgender Zahlen 7, 8, 9, 10 gebildet, wenn auch nicht in dieser Reihenfolge (von den 7.040 Fälle werden die inneren Felder 128 mal von den Zahlen 7, 8, 9, 10 gebildet, nie allerdings in dieser Reihenfolge).

Arbeitsbelastung und Arbeitszufriedenheit

Martin, A. 2024: Belastung, Beanspruchung, Arbeitszufriedenheit und Berufsstatus. Auswertungen von Daten des Sozioökonomischen Panels. Schriften zur Mittelstands- und Managementforschung. Heft 5. Lüneburg

Zusammenfassung

Hohe Arbeitsbelastungen hinterlassen Spuren. Übergroße Belastungen erzeugen Stress und gefährden die Gesundheit. Der vorliegende Bericht beschreibt – anhand der Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) 2021 – das Ausmaß der Belastungen und des Stressempfindens in verschiedenen beruflichen Statusgruppen. Tatsächlich zeigen sich etliche Unterschiede. So sind in den statushöheren Berufsgruppen starke Belastungen und größeres Stressempfinden deutlich häufiger zu finden als in den Berufsgruppen mit einem geringeren Status – dessen ungeachtet sind die Angehörigen der statushöheren Berufsgruppen aber nicht etwa unzufriedener, sondern zufriedener mit ihrer Arbeit als die übrigen Arbeitnehmer. Ein Ziel des vorliegenden Berichts ist es, diesen auf den ersten Blick überraschenden Befund zu erklären. Eine Besonderheit findet sich auch bei den Selbstständigen. Sie berichten, ebenso wie die statushöheren Arbeitnehmer, zwar ebenfalls über (relativ gesehen) viel Stress, allerdings nicht auch über mehr, sondern über weniger Belastungen als der Durchschnitt der anderen Personengruppen. Ihre Arbeitszufriedenheit liegt in etwa auf demselben Niveau wie bei den höheren Führungskräfte im Angestelltenverhältnis. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu beachten, dass im SOEP nicht das gesamte Spektrum von möglichen Belastungen und Beanspruchungen abgefragt wird. Die Fragen zum Stressempfinden richten sich vor allem auf den Verlust der Fähigkeit zur Distanzierung von den Anforderungen der Arbeit. Und bei den Stressoren werden der Zeitdruck, die quantitativen Arbeitsbelastungen und das Ausmaß von Störungen der Arbeitsausführung betrachtet, nicht jedoch z.B. auch körperliche und soziale Belastungen. Hervorzuheben ist, dass sich in ausnahmslos allen Berufsgruppen der gleiche starke Zusammenhang zwischen Belastung und Beanspruchung (Stress) nachweisen lässt. Die Einführung von drei ausgewählten Kontrollvariablen (Zuversicht, Gefährdung, Anerkennung) ändert an dieser statistischen Beziehung nichts. Die angeführten Variablen leisten allerdings einen zusätzlichen Beitrag vor allem zur Erklärung der Arbeitszufriedenheit.

Modell zur Erklärung des Organisationsverhaltens

Martin, A. 2022: Ein allgemeines Modell zur Erklärung des Organisationsverhaltens. Ergebnisse von Simulationsstudien. Schriften zur Mittelstands- und Managementforschung. Heft 1. Lüneburg.

Der vorliegende Beitrag präsentiert ein (Simulations-) Modell zur Erklärung des Verhaltens von Organisationen. Der Modellentwurf basiert auf einem funktionalistischen Ansatz. Danach kann eine Organisation nur überleben, wenn es ihr gelingt, den Systemanforderungen, die sich auf Organisationen richten, zu genügen. Veränderungen von Systemanforderungen bewirken daher Anpassungsreaktionen, die allerdings nicht reibungslos ablaufen. Das Modell beschreibt den Verhaltensprozess, der durch ein gestörtes Systemgleichgewicht ausgelöst wird. Als Modellvariable fungieren die Systemanforderungen und das zu seiner Bewältigung implementierte Institutionelle Arrangement sowie außerdem Sensitivität, Handlungsbereitschaft, Beharrung, Realismus, Identifikation, Handlungsdruck, Unsicherheit, Dysfunktion und Dissonanz. Die Simulationsrechnungen zeigen, wie sich aus den jeweiligen Variablenkonstellationen bestimmte Verhaltensmuster herausbilden und welche Mechanismen dafür verantwortlich sind.

Der Beitrag kann heruntergeladen werden bei:
https://www.econstor.eu/handle/10419/263314

Selbstbeschreibung und Zufriedenheit


Martin, A. 2022: Aspekte der Selbstbeschreibung, Arbeitsbedingungen und Zufriedenheit. Auswertungen von Daten des Sozioökonomischen Panels. Schriften zur Mittelstands- und Managementforschung. Heft 2. Lüneburg


Der vorliegende Beitrag befasst sich mit Determinanten der Arbeitszufriedenheit und der Lebenszufriedenheit. Die empirische Analyse stützt sich auf die Daten der 37. Welle des Sozioökonomischen Panels (Referenzjahr 2020). Auf der einen Seite werden drei wichtige Arbeitsbedingungen (die Autonomie, der Lohn und die Arbeitsbelastung) betrachtet. Diese sollten primär die Arbeitszufriedenheit und allenfalls abgeschwächt die Lebenszufriedenheit beeinflussen. Auf der anderen Seite werden vier wichtige Einstellungen zum Leben betrachtet (das Selbstwertgefühl, die Kontrollüberzeugung, das Sinnerleben und die Soziale Robustheit). Diese sollten primär die Lebenszufriedenheit, daneben aber auch bemerkbar die Arbeitszufriedenheit beeinflussen. Die Ergebnisse bestätigen den starken Einfluss der Lebenseinstellungen (die gleichzeitig Einstellungen gegenüber der eigenen Person sind) auf die Lebenszufriedenheit, belegen aber auch einen deutlichen Einfluss dieser Einstellungen auf die Arbeitszufriedenheit. Wie zu erwarten war, beeinflussen auch die Arbeitsbedingungen die Arbeitszufriedenheit (wenngleich z.T. nur überraschend schwach), auf die Lebenszufriedenheit geht von den drei betrachteten Arbeitsbedingungen aber kein direkter und allenfalls ein schwacher indirekter Einfluss aus.

Mikroklima-Veränderungen

Innerhalb von Deutschland gibt es nicht unerhebliche Unterschiede in den Tagestemperaturen. Im folgenden werden ausgewählte Ergebnisse der Wetterstationen Hamburg-Fuhlsbüttel und Mannheim dargestellt. Die Auswertungen basieren auf den Daten des Deutschen Wetterdienstes:

https://www.dwd.de/DE/leistungen/klimadatendeutschland/klarchivtagmonat.html#buehneTop

Sie beziehen sich auf den Zeitraum von 1949 bis 2021. Betrachtet werden die Tageshöchsttemperaturen, die von den beiden Wetterstationen gemeldet wurden.

Wie man aus Abbildung 1 sehen kann, gibt es in Mannheim durchgängig für alle Monate höhere Temperaturen als in Hamburg. Im Jahresdurchschnitt beträgt der Temperaturunterschied immerhin 2,4 Grad Celsius.

Abb. 1: Tageshöchsttemperaturen, Durchschnittswerte der Monate (Zeitraum 1949-2021)

In Abbildung 2 sind die Zahlenwerte angegeben. Die Unterschiede zwischen den beiden Städten sind besonders hoch in den Sommermonaten. Man sieht das an den Mittelwerten aber auch an dem statistischen Kennwert Cohen’s d.

Abb. 2: Tageshöchsttemperaturen, Mittelwerte und Standardabweichungen

Abbildung 3 zeigt die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen für die Jahr 1949 bis 2021.

Abb. 3: Tageshöchsttemperaturen, Jahresdurchschnittwerte 1949 … 2021

Temperaturanstieg?
Aus Abbildung 3 ist nicht auf Anhieb zu sehen, ob es in den vergangenen 72 Jahren zu einem Temperaturanstieg gekommen ist. Im Jahr 1949 beispielsweise betrug die Durchschnittstemperatur in Mannheim 16,1 Grad, im Jahr 2021 dagegen nur 15,7 Grad. Und im Jahr 1959 fällt sie ebenfalls deutlich höher aus als in den Jahren 2010 und 2013.
Der Trend zu höheren Temperaturen ist bei näherer Betrachtung allerdings nicht zu verkennen. Man sieht dies besser, wenn man die Durchschnittstemperaturen für die letzten Jahrzehnte betrachtet (Abbildung 4).

Abb. 4: Anstieg der Temperatur in Mannheim und Hamburg.

Hitzetage
Von den 26.663 Tagen im Zeitraum vom 1. Januar 1949 bis 31.12.2021 hatten in Mannheim 1.095 Tage eine Tageshöchsttemperatur von von mindestens 30 Grad Celsius. In Hamburg waren es nur 276 Tage.


Die Zahl der Tage mit mindestens 25 Grad Tageshöchsttemperatur betrug in Mannheim 4.201 und in Hamburg 1.713 Tage. In Mannheim ist also jeder sechste Tag im Jahr ein richtig warmer Tag, in Hamburg ist es nur jeder fünfzehnte Tag.


Die Zahlen sind ein deutliches Indiz für das klimatische Nord-Süd-Gefälle in Deutschland.
Im übrigen zeigt sich auch bezüglich der Hitzetage ein deutlicher zeitlicher Trend (Abbildungen 5a und 5b).

Abb. 5a: Zahl der Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25 Grad.

Abb. 5b: Zahl der Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad.

Hitzewellen
Belastend sind hohe Temperaturen vor allem dann, wenn sie andauern. Abbildung 6 zeigt, wie häufig eine ununterbrochene Reihe von Warmtagen aufgetreten ist.

Die längste ununterbrochene Reihe von Tagen mit mindestens 25 Grad betrug in Mannheim 51 Tage, also mehr als 7 Wochen. Daneben gab es eine ununterbrochene Reihe von 26 Tagen, eine Reihe von 25 Tagen, eine Reihe von 24 Tagen und zwei Reihen von 23 Tagen.
In Hamburg betrug die längste ununterbrochene Reihe von Tagen mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25 Grad 23 Tage. Eine weitere Reihe betrug 22 Tage, zwei Reihen umfassten 18 Tage usw.

Die 51-Tage-Periode (Mannheim) umfasste den Zeitraum vom 7. Juli bis 28. August 2003.
Sie ist in Abbildung 9 wiedergegeben. Wie man daraus sieht, sind auch die Temperaturen vor und nach diesem Zeitraum nicht unbeträchtlich (in Abbildung 8 sind zum Vergleich die Werte für Hamburg abgebildet).

Die weiteren langen, mindestens 3 Wochen anhaltenden, Hitzetage in Mannheim betreffen die folgenden Perioden:
Die 26-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 3.7. bis 28.7.1959,
die 25-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 18.6. bis 12.7.1956,
die 24-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 8.7. bis 31.7.2006,
die 23-Tage-Perioden betreffen die Zeiträume vom 3.8. bis 25.8.1997 und vom 24.6. bis 16.7.2010,
die 21-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 28.5. bis 7.6.2003.

In Hamburg waren die Hitzewellen seltener:
Die 23-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 6.8. bis 28.8.1997,
die 20-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 22.7. bis 10.8.1996,
die 18-Tage-Perioden betreffen den Zeitraum vom 20.7. bis 6.8.1994 und vom 5.8. bis 22.8.2021.

Abb. 6: Ununterbrochene Reihe von Tagen mit mindesten 25 Grad Tageshöchsttemperatur

Abb. 7: Ununterbrochene Reihe von Tagen mit mindesten 30 Grad Tageshöchsttemperatur

Abbildung 7 zeigt die Zahl der ununterbrochenen Reihen von Tagen mit mindestens 30 Grad Celsius. Davon gab es in Mannheim einen Fall mit 18 Tagen, einen mit 16 Tagen, einen von 14 Tagen usw. In Hamburg umfasste die längste Hitzewelle (Tage mit mindestens 30 Grad) nur 8 Tage.

Die sehr starken Hitzeperioden in Mannheim gab es an folgenden Terminen:
Die 18-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 23.7. bis 9.8.2018,
die 16-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 24.6. bis 9.7.1976,
die 14-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 1.8. bis 14.8.2003.

In Hamburg waren auch die sehr starken Hitzewellen seltener:
Die 8-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 6.8. bis 13.8.2020,
die 7-Tage-Periode betrifft den Zeitraum vom 22.7. bis 28.7.1994,
die 6-Tage-Perioden betrafen den Zeitraum vom 5.8. bis 12.8.1975 und vom 7.8.bis 12.8. 2003.

Abb. 8: Sommertemperaturen in Hamburg im Jahr 2003
(rot: Tage mindestens 25 Grad, blau: Tage unter 25 Grad)

Abb. 9: Sommertemperaturen in Mannheim im Jahr 2003
(rot: Tage mindestens 25 Grad, blau: Tage unter 25 Grad)

Betriebszugehörigkeit und Arbeitszufriedenheit

Der Beitrag im Heft 63 des Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Lüneburg befasst sich mit der Frage, ob sich die Dauer der Betriebszugehörigkeit auf die Arbeitszufriedenheit auswirkt. Als Datengrundlage dienen die 36 Erhebungswellen des Sozioökonomischen Panels (SOEP) von 1984 bis 2019. Querschnittsanalysen der Daten belegen, dass zwischen der Arbeitszufriedenheit und der Länge der Betriebszugehörigkeit kein systematischer Zusammenhang besteht. Die Längsschnittanalyse erbringt dagegen ein anderes, recht stabiles Ergebnis: Die anfänglich hohe Zufriedenheit sinkt im Laufe der Zeit kontinuierlich ab und zwar auch bei Personen, die sich keine neue Stelle suchen, sondern im Betrieb verbleiben. Das Ergebnis gilt unabhängig von Geschlecht, Berufsstatus, Hochschulabschluss und Unternehmensgröße. Und auch unabhängig vom Lebensalter. Die Daten belegen einen Anfangseffekt und einen Bleibeeffekt, die in ihrem Zusammenwirken das Phänomen der sich vermindernden Arbeitszufriedenheit hervorbringen.