Simulation der Personal-politik

Die Simulationsstudie, über die der beiliegende Beitrag berichtet, befasst sich mit der Etablierung und Veränderung der Personalpolitik von Organisationen. Das den Simulationsrechnungen zugrunde liegende Modell beschreibt und erklärt den Einfluss personalpolitischer Kraftfelder auf die personalpolitischen Orientierungen von Organisationen. Berücksichtigt werden dabei die Rückwirkungen, die von der Personalpolitik auf die sie bestimmenden Kräfte ausgehen sowie die Beharrungskräfte, die einer einmal etablierten personalpolitischen Konstellation innewohnen. Und schließlich wird den Zufallsprozessen, die das personalpolitische Geschehen wesentlich mitbestimmen, die ihnen gebührende Beachtung geschenkt.

Als theoretische Grundlage dient eine erweiterte und auf die Erklärung der Personalpolitik hin ausgerichtete Version der Anreiz-Beitrags-Theorie, wonach sich, je nach den gegebenen Feldkraftkonstellationen, angepasste Sozialordnungen herausbilden. Die Elemente und Strukturen dieser Sozialordnungen sind aufeinander abgestimmt und stützen sich gegenseitig. Daraus entwickeln sich interne Bindungskräfte, die den verschiedenen Sozialordnungen ihre je eigene Stabilität verleihen. Die in dieser Theorie thematisierten Zusammenhänge werden in dem Simulationsmodell konkretisiert und in entsprechende Rechenvorschriften transformiert. Damit wird es möglich, den Ablauf und die Wirkung der von der Theorie unterstellten Mechanismen anhand von konkret benennbaren Vorgängen zu analysieren.

Die Rolle des Betriebsleiters im mittelständischen Unternehmen

Berit Burgheim hat im Rahmen ihrer Dissertation eine empirische Studie zur Rolle des Betriebsleiters in mittelständischen Unternehmen vorgelegt:

Burgheim, B.C. 2018: Die Rolle des Betriebsleiters in mittelständischen Unternehmen. München (Hampp)

Die Inhaltbeschreibung lautet wie folgt:

Die mittleren Führungskräfte nehmen in mittelständischen Unternehmen eine besondere Rolle ein. Sie sind gewissermaßen Repräsentanten der Sozialordnung und haben damit einen erheblichen Einfluss sowohl auf das Unternehmensgeschehen als auch auf das Verhalten der Mitarbeiter. Die vorliegende Studie befasst sich mit dem Spannungsverhältnis von Sozialordnung, Personalpolitik und dem Führungsverständnis mittelständischer Unternehmer und untersucht, ob sich hieraus bestimmte Rollenkonstellationen für den Betriebsleiter ableiten. Als empirische Grundlage dienen Fallstudien in 16 mittelständischen Familienunternehmen. Die Analyse erbrachte den Nachweis einer engen Korrespondenz zwischen dem Unternehmens-Typ und der Betriebsleiterrolle.

Personalpolitik

Die vorliegende empirische Studie beschäftigt sich mit Mustern der Personalpolitik. Gegenstand der Analyse sind typische Konfigurationen des Personalgeschehens (in den Bereichen Selektion, Aufgabengestaltung, Anreizgestaltung, Kontrolle, Sozialisation und Integration). Untersucht wird die Bedeutung wichtiger Einflussgrößen und die Verknüpfung von Personalpolitik und Unternehmenserfolg.

Die Ergebnisdatei kann spätestens Ende Januar 2020 von dieser Stelle aus heruntergeladen werden.

Heft 48: Mitarbeiterorientierte Personalpolitik

Der Beitrag behandelt zwei Fragen: (1) Wie plausibel ist es, einen Zusammenhang zwischen einer mitarbeiterorientierten Personalpolitik und dem ökonomischen Erfolg eines Unternehmens zu vermuten (und wie ließe sich ein derartiger Zu-sammenhang theoretisch begründen)? (2) Unter welchen Umständen kommt es zur Herausbildung einer mitarbeiterorientierten Personalpolitik? Als Erklärungsansatz ziehen wir die Anreiz-Beitrags-Theorie heran, weil sie robuste Aussagen mit hohem Allgemeinheitsanspruch bereithält. Die aus der theoretischen Diskussion abgeleiteten Hypothesen werden anhand des deutschen Datensatzes des Cranfield Project on International Human Resource Management (Cranet) geprüft und im Lichte der gewonnenen Ergebnisse diskutiert.