Martin, A. 2026: Arbeitsfreude, Wohlbefinden, Gelingen und Anerkennung. Auswertungen des European Working Conditions Survey (EWCS) 2024. Schriften zur Mittelstands- und Managementforschung. Heft 7. Lüneburgg
Zusammenfassung
Im vorliegenden Beitrag geht es um das physisch-psychische Erleben im Vollzug der Tätigkeit. Betrachtet wird ein ausgewählter, gleichwohl fundamentaler Aspekt des Arbeitserlebens: die Arbeitsfreude. Als empirische Grundlage für die Analyse der Arbeitsfreude dienen die Daten des European Working Conditions Survey (EWCS). Zur Operationalisierung der Arbeitsfreude werden im vorliegenden Bericht Items verwendet, die ein proaktives schwungvolles Arbeitshandeln beschreiben. Um das Zustandekommen von mehr oder großer Arbeitsfreude zu erklären, dient ein einfaches Modell. Ganz zentrale Bedeutung kommt darin dem „Gelingen“ zu, der Überzeugung, gute und sinnvolle Arbeit zu leisten. Ebenfalls von großer Bedeutung ist das physisch-psychische „Wohlbefinden“. Es setzt gewissermaßen den Grund, auf den man stehen kann, der notwendig ist, damit man sich seiner Arbeit mit vollem Engagement zuwenden kann. Und schließlich kommt dem Sozialklima eine maßgebliche Rolle für die Entfaltung einer freudig gestimmten Arbeitshaltung zu: der Unterstützung durch den Vorgesetzten, dem Vertrauen und vor allem der Anerkennung, die der eigenen Arbeit entgegengebracht wird.
Wie die empirische Analyse zeigt, fallen andere Aspekte der Arbeitssituation gegenüber diesen drei Determinanten der Arbeitsfreude in ihrer Erklärungsleistung deutlich ab, beispielsweise die Autonomie bei der Ausführung der Arbeit, die Partizipation bei der Arbeitsorganisation, die physische Belastung und der Stress. Soziographische Größen (Geschlecht, Bildungsabschluss, Beruf, Betriebszugehörigkeit, Teilzeitarbeit, Unternehmensgröße) korrelieren allenfalls sehr schwach mit der Arbeitsfreude. Eine Ausnahme macht der Berufsstatus. Hierauf wird im vorliegenden Bericht besonders abgestellt.